Ural Geschichte


Ural – Firmen- und Gespanngeschichte

Bei gemeinsamen Manövern mit der deutschen Wehrmacht zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Rote Armee auf die deutschen BMW-R-71-Motorradgespanne aufmerksam, welche mit einem Maschinengewehr und dem Behördenbeiwagen TR500 ausgerüstet waren und sich aufgrund ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit sehr bewährten. Da das deutsche Gespann mit 750 cm³ und Seitenventilermotor am ehesten den sowjetischen Vorgaben entsprach, kaufte die Militärführung über Schweden fünf R 71, deren Konstruktion analysiert wurde, woraus dann bis 1941 der Motorradtyp M-72 entwickelt wurde. Die Konstruktionspläne für die nur 1938–1941 in München hergestellten R-71-Kräder waren jedoch schon vor 1941 infolge des Hitler-Stalin-Paktes in sowjetischen Händen und führten dort seit 1941 zum weitgehend identischen Nachbau M 72.


Ab 1941 lief die Produktion der Seitenwagenmotorräder der Sowjets auf Hochtouren. Da zu der Zeit bereits die Wehrmacht näher rückte, wurden die Fabriken weiter nach Osten nach Irbit ins Ural-Gebirge verlagert. Dies führte schließlich zum Namen "Ural" für das Gespann. In der Stadt Irbit wurden während des Krieges weitere 10.000 Maschinen gefertigt, bis 1950 waren sogar insgesamt 30.000 Motorräder hergestellt worden.


Nach dem Zweiten Weltkrieg baute man die Maschinen weiterhin hauptsächlich für das Militär und sonstige staatliche Behörden. Im Jahr 1953 entschied man sich, mit steigendem Bekanntheitsgrad die Ural-Motorräder auch zu exportieren. Ab den 1960er Jahren stiegen die Ural-Werke in die Produktion rein ziviler Motorräder ein. Die Fertigung von Fahrzeugen für das Militär wurde eingestellt. Mittlerweile wurde nicht mehr der alte und unverwüstliche Seitenventiler-Motor mit 750 cm³ gebaut, sondern schon eine Eigenentwicklung mit 650 cm³ und OHV-Zylinderkopf mit Ventilbetätigung über Stößelstangen durch eine im Motorgehäuse verbaute Nockenwelle.


1998 kam es zur Privatisierung des Unternehmens, was sich sehr positiv auswirkte. Die Fertigungsqualität stieg rapide und es kam vermehrt zur Entwicklung neuer Modelle. So wurden bis heute in Irbit mehr als drei Millionen Motorräder und Gespanne gebaut.


Quelle: wikipedia.org


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